Idiotischer Titel. Vor ein paar Wochen habe ich Sónar+D besucht, ein konferenzartiges Event am Rande des Sónar, einem Festival für elektronische Musik in Barcelona. Am Freitag habe ich einen Talk von Yancey Strickler gesehen. Dass ich diesen und nur diesen Talk sehen konnte, war rückblickend Schicksal. Denn beim zweiten Einlass am gleichen Nachmittag bemerkten die Leute, dass nicht ihr Scanner spinnt, sondern der Zugang für diese Konferenz schlichtweg nicht Teil meines Tickets war. Wie dem auch sei.
Seit ich diesen Blog und mein erstes Hallo Welt aufgesetzt habe, sind wieder Monate vergangen. In einem der Talks auf dem Sónar+D bin ich allerdings auf genau das Paradox gestoßen, was mich zurückhielt, hier zu schreiben. Der Talk trug den Titel "Dark forests and the next internet" und leitete mit Entwicklungen ein, die Yancey in Sachen Internetkultur beobachtet. Als "Witness", wie er selbst sagt. Ein Aspekt, der zur Zersetzung der Internetkultur beitrüge, wären die sich abbauenden Werte um Trust und Community. Die nächste Folie brachte dann einen Teil der Grundproblematik auf den Punkt:
everything public is an ad, and everything private feels real
Es ist im Grunde eine Parallele zum klassischen Social Media, von dem ich mich größtenteils befreien wollte: Was mich früher nie gestört hat – auch in Sachen Selbstdarstellung – empfinde ich seit dem Exit aus Social Media als total unangenehm (teilweise auch unfreiwillig). Diese eine Folie aus Yancey Stricklers Talk (der eigentlich auf eine andere Thematik hinauslief), hat mir den Knoten aber gelöst. Ich kam zu dem Ergebnis, dass eben dieses Herabschauen aufs "oversharen", privat oder professionell, mich in die Sackgasse führt, meine Gedanken nicht teilen zu wollen. Und auch wenn ein Blog in Teilen mit Selbstdarstellung zu tun hat, möchte ich meine Ansichten nicht zurückhalten. Darin liegt sicherlich ein Widerspruch.
Also, here we go again.
