Meine Faszination für Technik hat nachgelassen. Gründe dafür gibt es mehrere, aber der einschlägigste ist die Art und Weise in der sich Produkte aufdrängen. Hierzu würden mir noch etliche Punkte einfallen [Gabriel Yoran: Die Entkrempelung der Welt]. Eine Kategorie Hardware wiederum erlebt bei mir gerade eine Renaissance. Vor ein paar Monaten habe ich meinen iPod Classic wiederbelebt und mich damit dem Klinkenstecker ausgesetzt. Die AirPods konnte ich also erstmal weglegen (bereits vor dem iPod sah ich die exzessive Beschallung durch meine AirPods teils kritisch).
So richtig hatte ich den Klinkenstecker ohnehin noch nicht abgewickelt, besonders im Home Office schätzte ich meine Bügelkopfhörer. Für den iPod brauchte ich als Ergänzung zu den EarPods allerdings noch ein weiteres Set und kam mit zögernd investierten 70€ auf solide sennheiser In-Ears, solche mit einem faltbaren Bügel hinterm Ohr (wie Monitors auf der Bühne). Für Arbeitszwecke fiel aus dem IT-Budget meines Arbeitgebers noch ein kabelloses paar Bang Olufsen In-Ears, was zu meiner Überraschung den Klang der AirPods – für meinen Geschmack – übertraf.
Kopfhörer sind eine hedonistische Hardware. Optik, Ausführung aber vor allem Klang obliegen gänzlich den persönlichen Vorlieben. Es gibt ja auch kaum rationale, messbare Werte, um Klang zu definieren. Die Wortwahl in Reviews von Lautsprechern und Kopfhörern grenzt entsprechend oft an Esotherik. Bis auf eine handvoll technische Anhaltspunkte ist die Wahl des Kopfhörers so subjektiv wie sonst keine in der Technikwelt. Wenn ich Musik höre, ist das keine produktive Tätigkeit. Damit ziehen Kopfhörer auch eine Linie zu z.B. Kameras. Eine ungenutzte Kamera macht mir einen Vorwurf. Ein Kopfhörer hingegen nicht.
Wo nun die AirPods erstmal aus dem Weg waren, habe ich meine kleine Sammlung lieb gewonnen. Die einen für den Schreibtisch, die anderen für die ICE-Fahrt – und die ollen EarPods – halt eben für den Strand.
